Winzerfest seit 1925

Beginn des Winzerfestes

Im Jahre 1912 verkauften die Braubacher Winzer 40 000 Liter Wein, als aber in den grauen, entbehrungsreichen Jahren des 1. Weltkrieges, eine große Not in den kleinen Rheinorten entlang des Stromes herrschte, da reifte der Entschluss der Braubacher Winzer und Bürger durch intensive Fremdenwerbung dieses Übel zu beheben. Dies geschah im Jahre 1925, es war die Geburtstunde des Braubacher Winzerfestes. Der Fuhrunter- nehmer Franz Jung wurde 1925 der erste Braubacher Bacchus. Er war ein repräsentativer und sehr stattlicher Bacchus, betrug doch sein Körpergewicht 270 Pfund. Man musste auf dem Faß, auf dem er saß, einen besonders starken Reitsattel montieren, damit er während des Festzuges in guter Haltung blieb. Im kunstvollen und farbenprächtigen Festzug jubilierte die Lebensfreude und in den Gassen und Weinstuben kam der rheinische Frohsinn zu überschäumenden Ausdruck. Gäste aus nah und fern strömten an diesen Tagen in Massen in unsere Stadt.


In der Folgezeit entstand daraus ein wahres Volksfest, das weit über die lokale Bedeutung Braubachs hinausging und zum Inbegriff echter, rheinischer Lebensäußerung wurde. Bevorzugt durch eine schöne landwirtschaftliche Lage, eingebettet in grüne Rebenhänge, überragt von der schönen Burg am Rhein, der Marksburg, war Braubach geradezu auserwählt, ein Winzerfest von besonderem Reiz zu entwickeln. Wenn man die Geschichte der Braubacher Winzerfeste aufzeigt, so enthüllt sich in ihr der herrliche Optimismus der rheinischen Menschen und sein unbeirrbarer Glaube an das Leben. Aus den klassischen Anfängen heraus wurde von Jahr zu Jahr in unermüdlicher Arbeit und unentwegtem Idealismus die Programmfolge des Festes erweitert und verschönert. Dazu kam der Wein. Der auf sonnendurchglühten Bergen um Braubach gedeiht. Zu Beginn des 2. Weltkrieges verkauften die Winzer bereits 67 000 Liter Wein.



Festzug in der Rathausstraße 1927



Winzerfest 1930



Winzerfest 1930



Minna Krämer (Schleimer), Gustav Metz als Bacchus, Albert Faber, Emma Hombeul (Schaab)



Winzerfest 1931



Fuhrmann Schweickert, Gustav Metz, Liesbeth Nicolai (Gemmer)
Gretel Arzbächer, Liesel Schmidt /Emma, Luise Metz, Anni Kohl, Erna Wischnewski, Liselotte Bingel,
Mariechen Ott, Hanna Bindceck, Milchen Ott



Winzerfest 1932



Auf den Pferden: links Karl Arzbächer, rechts Gustav Metz,
auf dem Wagen von links nach rechts: Emma Nikolai, Erna Wischnewski, Luise Metz, Liesel Schmidt, Mariechen Ott, Milchen Ott, Anni Kohl



Winzerfest 1932



auf dem Podium:
links: Erna Wischnewski, Hanna Bindczeck, Mariechen (Milchen) Ott,
rechts: Anni Kohl, Liesel Schmidt, Gretel Arzbächer, Luise Metz,
außen rechts: Gustav Metz



Winzerfest 1938





Winzerfest Pause

Unterbrochen wurde das Fest zwischen 1938 bis 1947. Und als uns die Franzosen 1948 erlaubten, das Fest wieder zu feiern, wurde es zu einem der beliebtesten Ziele für viele Gäste.



Bacchuswagen 1948



Winzerfestzeitung 1948

Bacchus heißt Euch willkommen
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, am Tage unseres rheinischen Volksfestes ein Loblied auf den Rhein zu singen, die Vielzahl der Besucher auf das Herzlichste willkommen zu heißen, uns mit ihnen an der Schönheit unserer rheinischen Heimat zu erfreuen und darüber hinaus echte Stunden rheinischer Fröhlichkeit zu erleben.
Zehn Jahre haben wir warten müssen. Zehn Jahre voller Entbehrungen, voller Not und voller Tränen. Aber unsere Heimat hat sich trotz dieser Ereignisse zu dem zurückgefunden, das die Welt Lebensart und Lebenskunst nennt, nämlich zum rheinischen Frohsinn.
Nun endlich ist es wieder soweit. Der Gott des Weines ist zu uns herabgestiegen und Tausende jubeln ihm am heutigen Tage zu. Ihm, der huldvoll seinen Pokal erhebt, um mit uns auf das Wohl unseres Landes und der ganzen Menschheit anzustoßen. Rufen wir ihm also das Wort zu, dem alle Zecher andächtig lauschen; nämlich ein lautes und kräftiges „Prosit!“ Wir alle wissen, dass der Wein – bescheiden genossen – des Menschengeschlechts guter Genius ist. Wir wissen dass der Mensch gesunde Leidenschaften haben muß. Und dass gerade wir Rheinländer besonders damit gesegnet sind. Aber wir wissen auch dass wir Herr über diese Leidenschaften sein müssen, denn überwindet uns der Alkohol, so sinken wir auf die Nachtseite des Lebens.


Wir wollen aber das Leben von der Sonnenseite betrachten und können uns glücklich preisen, dass man uns dabei nicht allzu schwer macht. Denn wir haben ja „Bacchus“ zu Gast, der heute seinen edlen Rebensaft kredenzt, der in allen Lebenslagen unser Sorgenbrecher ist. Es liegt jetzt also nur an uns, dass der Katzenjammer keine allzu große Gestalt annimmt. Freut euch alle des Lebens, freut euch beim rheinischen Wein und bei rheinischen Mädchen.
Vergesst für einige Stunden die Nöte des Alltags bei Musik und Tanz und frohen Trinkgelagen. Und ihr werdet sehen, dass die Welt in weinigen Augenblicken ein anderes Gesicht bekommt. Singt, lacht und scherzt, denn der Wein lehrt uns, Mensch unter den Menschen zu sein. Und nun „Hinein“ ins Braubacher Winzerfest, das hoffentlich alle Erwartungen entspricht und noch lange in Eurem Gedächtnis haften möge.
Mde



Bacchus u Bacchantinnen 1950

Toll was die die in den bescheidenen Nachkriegsjahren geboten haben. Für diese Bekleidung wurde lange gespart. Berühre mit der Maus (nicht klicken) die einzelnen Personen, es wird der Name angezeigt.



Empfang der Sonderzüge

Nach Ankunft des Sonderzuges aus Köln gegen 11:30 Uhr wurden die etwa 600 Gäste durch den Bürgermeister, den Bacchus und die Weinkönigin begrüßt, ehe sie dann mit eigener Kapelle in die Stadt zogen. Zwei Sonderzüge waren vor ihnen schon eingetroffen, zwei weitere sollten noch folgen.



Sonderzug aus Köln






Es waren sicherlich die Höhepunkte des Braubacher Winzerfestes, soweit es die Besucherzahlen betrifft.

Allein die Sonderzüge aus Aachen, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach und Münster brachten samstags und sonntags jeweils über 2500 Besucher. Hinzu kamen die unzähligen Gäste aus den Nachbargemeinden.

Wie die beiden Bilder zeigen, konnte kein Betrunkener umfallen, so dicht gedrängt standen die Menschen in den Gassen. Obwohl das Wirtschaftswunder noch nicht ausgebrochen war, wurde für dieses Fest alles gegeben.

Alle Strassen waren geschmückt, Girlanden soweit das Auge reichte und Birkenreiser verschönerten das Straßenbild.

Das Bild links zeigt die Oberalleestraße.


Winzerfest 1961

Das Bild unten zeigt die Rheinstraße mit dem Festpodium. Hier sang Hans Meschede sein selbst komponiertes " Eins, zwei, drei kluck, kluck..."

Das Lied kannst du dir weiter unten unter "Winzerfestlied" anhören.





Winzerfestlied

Das Original-Winzerfestlied von Hans Meschede hier zum Anhören!







Bild links: Weinkönigin Gitta Dorsch und Hans Meschede 1963

Bild rechts: Eines der Höhepunkte in ihrer Amtszeit war 1963 die Begrüßung des künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten Richard Nixon und der First Lady Pat Nixon.

Weinkönigin Gitta Dorsch war 5 Jahre lang, von 1961 bis 1965 mit Leib und Seele Weinkönigin in Braubach. Sie war eine der beliebtesten Weinköniginnen von Braubach.



Bacchus Johannes I - 2007



Winzerfest 2008

Bacchus Johannes I., Hauptmann der Bürgerwehr Paul Schumacher und die ehemalige Weinkönigin (1961- 1965) Gitta Vermaat geb. Dorsch, die es sich nicht nehmen lässt, jedes Jahr das Winzerfest zu besuchen.





Reklame aus der Zeitung von 1948

Hier sind alle Anzeigen der Firmen und des Gewerbes aus der Winzerfestzeitung 1948. Natürlich waren es weitaus mehr aber nicht alle hatten sich beteiligt.





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Eins, zwei, drei.....