Öffentliche Einrichtungen und Personen

Rathaus - Amtsgericht

Das Bild zeigt das Rathaus der Stadt Braubach 1887 erbaut. Die Giebelverzierungen wurden inzwischen wegen Absturzgefahr entfernt. Rechts das ehemalige Amtsgericht Braubach von 1887. Es wurde zeitgleich mit dem neuem Rathaus auf der gegenüber liegenden Seite errichtet.


Im Jahre 1868 war das Amtsgericht Braubach noch in der Philippsburg, danach errichtete die Stadt 1887 zeitgleich mit dem Rathaus den Neubau mit einem Gefängnis an der Zehntgasse. Es war mit einem Amtsrichter und ca 7 weiteren hautamtlichen Angestellten besetzt. Es war auch zuständig für die umliegenden Gemeinden (außer Lahnstein). Das neue Amtsgericht wurde aber schon 1932 wegen Sparmaßnahmen geschlossen und nach Niederlahnstein ( heute Lahnstein) Bahnhofstr. 25 verlegt, wo es sich noch heute befindet.


Bürgermeister (-in) seit 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg wurde von 1945 bis 1946 August Römer unter der französischen Besatzung Bürgermeister. Von 1946 übernahm Gustav Walzog dieses Amt bis er es an Karl Volk 1948 übergab. Bürgermeister Volk führte dieses Amt bis zu seinem Tod 1958 aus, er verstarb im Alter von 58 Jahren.



Karl Volk
1948 - 1958
Gerhard Lips
1958 - 1977
Albert Doerschug
1977 - 1994
Rita Wolf
1994 - 12.08.2009
     
Joachim Müller
ab 12.08.2009
     


Öffentliche Einrichtungen von 1909

Quelle: Richard Bindczeck
An öffentlichen Einichtungen waren 1909 in Braubach vorhanden:



Das kaiserliche Post- und Telegraphen-Amt,
die Eisenbahn,
das königliche Amtsgericht,
die Kreisbauinspektion,
die königliche Oberförsterei,
eine Gendarmerie,
das Bürgermeisteramt mit Standesamt und Stadtkasse,
ein städtischer Bauaufseher,
das städtische Eichamt
ein Schiedsamt,
ein Armenpfleger,
ein Waisenrat,
eine Elementarschule,
eine Privat- Lehr- und Erziehungsanstalt für Mädchen in der Philippsburg,
eine Haushaltsschule „Charlottenstift",
ein Krankenhaus mit Diakonissinnen,
eine Ortskrankenkasse,
die katholische Kirchengemeinde,
die evangelische Kirchengemeinden,
die freiwillige Feuerwehr.


Die erste Gendamerie

Nach einer Konskriptionsordnung hatte jeder Einwohner Schutz seiner Person und seines Eigentums zu erwarten und daher seinen Beitrag zur Verteidigung des Herzogtums und Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ruhe beizutragen.

Die erste nicht hauptberufliche Gendarmerie ist Anfang des 19. Jahrhundert entstanden.
1808 wurde die Landjägerbrigade, bestehend aus 2 Regimentern, jedes zu 2 Bataillonen errichtet. Ein Bataillon bestand aus fünf Kompanien, die über das gesamte Herzogtum verstreut waren.

Die geeigneten Männer der Garnisonskompanie Braubach wurden in die Brigade eingegliedert.

Erst 50 Jahre später ist die freiwillige in eine hauptamtliche Gendamerie umgewandelt worden und das Landjägerkorps wurde nach Vorbild des Grossherzoglichen Hessischen Gendarmeriekorps aufgestellt. Sie dienten bei der Kompanie ihres Amtes und konnten nach Dienstverrichtung zu ihrer Familie, bzw. in ihr Elternhaus zurückkehren.
Als dienstlichen Ansporn für die Ergreifung eines Gesuchten oder eines Diebes erhielt der Landjäger eine Fangprämie.
Als besonderer Zweig der Landjägerbrigade waren die Landjägergrenadiere anzusehen, von denen sich je 10 - 15 Mann in jeder Kompanie befanden. Es waren ausgesuchte Leute, die zu besonderen Aufgaben herangezogen wurden.
Die Uniform des Landjägers bestand aus dem Tschako mit Messingschuppenkette, schwarzer Lederkokarde und Wollpompon in den Landesfarben gelb/blau, grünem Spenzer (kurzer Uniformfrack) mit weißen Vorstößen und 10 weißen Metallknöpfen, weißer Weste und weißer Leinenhose mit ebensolchen Gamaschen.
Die Grenadiere trugen am Tschako einen schwarzen Federbusch und statt des gelb/blauen einen roten Pompon; zusätzlich auf den Schultern Epauletten aus roter Wolle.
Die Bewaffnung bestand aus dem Steinschlossgewehr nach französischem Modell 1777 und dazugehörigem Bajonett. Unteroffiziere und Gefreite führten zusätzlich einen kurzen Säbel nach französischem Muster.
Die Landjägerbrigade wurde 1814 wieder aufgelöst und stattdessen eine Reserve, die Reservegrenadiere aufgestellt.



Das Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal in Braubach wurde im Jahr 1903 errichtet. Bereits 1902 hatte der Braubacher Kriegerverein ein Denkmal für die im deutsch-französischen Krieg 1870/1871 Gefallenen der Stadt geplant, man konnte sich aber nicht einigen. Daraufhin zog man Bodo Ebhardt hinzu, er verwarf alle Entwürfe und übernahm die Planung ehrenamtlich. Für die Summe von 9.000 Mark errichtete man das Denkmal am Rhein. Es besteht aus Bruchsteinen, die in dieser Art zu den anderen Gebäuden, wie Kirchturm und Stadtmauer passten. Ein hoher runder Torbogen mit einem hölzernen Fallgitter, sowie Anbauten mit kleinen Türmen verleihen dem Denkmal ein ehrwürdiges Bild. An der Hauptseite des Denkmals befindet sich der Reichsadler, der die Kaiserkrone trägt und ein Wappenschild zwischen seinen Klauen hält. Das Schild trägt die Inschrift: „Wer wollte den Deutschen widerstahn. So sie kunten zusammen gahn“. Links und rechts des Torbogens befinden sich Steintafeln mit den Namen der 1870/71 im deutsch-französischen und 1914/18 im ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der Stadt . Nachträglich wurde links vom Denkmal noch ein kleiner Anbau mit einer Gedenktafel der 238 im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Braubach angelegt.
Vor dem Denkmal stand noch bis etwa 1950 eine große Kanone, die aber leider verschwunden ist. Weiter unten ist ein Bild von der Kanone. Auf der Kanone sitzt Winfried Köbeler, der Sohn von Max Köbeler, der damalige Besitzer des goldenen Schlüssels





Winfried Köbeler auf auf der Kanone vor dem Kriegerdenkmal. Winfried Köbeler ist der Sohn von Max Köbeler, der damalige Besitzer des goldenen Schlüssels



Volksbildungswerk beginnt die Arbeit

Braubach will kulturell nicht einschlafen. Unter diesem Motto wurden Bürgermeister Lips, Dr. Backes, Rektor Albrecht, Lehrer i.R. Kup, und der Vorsitzende der Braubacher Volksmusik Karl Mäurer in den vorläufigen Vorstand berufen.
Die Arbeit wurde am 10. Februar 1960 im Rathaussaal aufgenommen.



Braubach bekommt städtisches Verkehrsamt

In der Generalversammlung des Verkehrsvereins am 30.3.1960 standen die Stadtverschönerung und die Einrichtung eines Verkehrsamtes im Vordergrund. Mehr Wert soll auf den Dauergast gelegt werden.
Bürgermeister Lips dankte für die Auswertung der vom Vereinsvorsitzenden gegebenen Zahlen der Dauergäste und der Übernachtungen dem ersten Vorsitzenden wie auch dem Kassierer Karl Heberlein für die unermüdliche Einsatzbereitschaft und für die im abgelaufenen Jahr geleistete Arbeit. Im Hinblick auf die ständig wachsende Konkurrenz im Fremdenverkehr sei es, allgemein gesprochen, vonnöten, den Gästen recht solide ausgestattete Fremdenzimmer anzubieten.

Übernachtungen gesamt
1955 = 7929 Personen mit 21678 gemeldeten Übernachtungen
1956 = 7703 Personen mit 23242 gemeldeten Übernachtungen
1957 = 7301 Personen mit 26874 gemeldeten Übernachtungen
1958 = 6725 Personen mit 23628 gemeldeten Übernachtungen
1959 = 6284 Personen mit 23320 gemeldeten Übernachtungen

Bürgermeister Lips wandte sich der Errichtung eines städtischen Verkehrsamtes zu. Er führte aus, daß Vorstand und Beirat des Verkehrsvereins in der letzen Sitzung beschlossen hätten, daß auch die Generalversammlung der Errichtung eines städtischen Verkehrsamtes zustimmen sollte.
Nach dieser Erklärung stimmten dann die Anwesenden einstimmig dem Vorschlag der Errichtung des städtischen Verkehrsamtes zu.



Kostenlose Übernachtungen

Im Dezember 1959 übernachteten 65 Durchwanderer im Braubacher Obdachlosenasyl.
Die Zahl der Übernachtungen schwankte auch in den Vor- und Folgemonaten nur gerinfügig.



Kreiszugehörigkeit

Braubach gehörte seit 1885 zum Kreis St. Goarshausen. Ab 8. Juni 1969 zum Rhein Lahn Kreis mit Sitz in Bad Ems.


Bekanntmachung

Wenn die Stadt wichtige Bekanntmachungen an ihre Bürger weitergeben mußte, bediente sie sich eines städtischem Angestellten, der durch die Stadt ging und mit einer Glocke auf sich aufmerksam machte. Nach dem letzten Glockenschlag eröffnete er seine Botschaft mit dem Ruf: "Bekanntmachung". Es folgte die Botschaft, die er den Bürgern mitzuteilen hatte.



Inflation 1923

Braubach litt nach dem ersten Weltkrieg, wie alle anderen Städten unter dem politischen Chaos der Nachkriegsjahre. Die Inflation von 1914 bis 1923 war die schlimmste Geldentwertung, die Deutschland je erlebt hat. Ihren Ursprung hatte sie in der Finanzierung des Ersten Weltkrieges. 1918 hatte die Mark bereits offiziell mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Die Ursache der beginnenden Inflation war der verantwortungslose Druck neuen Geldes in der Weimarer Republik. Im November 1918 überstiegen die Schulden des Reiches das Volkseinkommen des Jahres 1919. Diese Inflation sorgte für einen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit stieg, die Löhne fielen. Es kam zu umfangreichen Versorgungsengpässen.
Die Währungssituation der Reichsmark war schlimm, der Kaufwert änderte sich stündlich bis er fast ganz verschwunden war. Die Städte und Ortschaften waren gezwungen ihr eigenes Geld zu drucken, das nur innerhalb der Stadtgrenzen gültig war. Auch die Stadt Braubach druckte ihr eigenes Papiergeld. Dieser unerträgliche Zustand erreichte im Jahr 1923 den Höhepunkt der Inflation. Der gesamte Tageslohn erreichte gerade mal 5 Pfennig. Besonders die Tagelöhner waren besonders betroffen, besser hatten es da (eigentlich wie immer) die Selbstständigen und Geschäftsleute. Dieser Spuk hatte dann am 1. November 1923 sein Ende, die neu eingeführte Rentenmark schaffte wieder geordnete Wirtschaftsverhältnisse, die eine Stabilisierung in den Geldverkehr brachte.
Unten im Bild:
Papiergeld der Stadt Braubach, das Wort "Gutschein" verfälscht die Bedeutung. Es war zu dieser Zeit vorübergehend das sogenannte "Notgeld" und gültiges Zahlungsmittel.







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